Medienschelte: Sächsische Zeitung vs. MDR Umschau

Zusammenfassung: Oliver Reinhard, Stellvertretender Ressort-Leiter Feuilleton der Sächsischen Zeitung, unterstellt seinen Kollegen aus der Umschau-Redaktion des MDR Falschinformationen. In seiner Darstellung nennt er, außer Ungenauigkeiten, nicht eine einzige wirkliche Falschinformation, sondern nur Meinungen. Auf die wesentlichen Informationen des MDR-Beitrags, nämlich die nachgewiesenen Verunreinigungen, die zu widerlegen bisher kein anderes Labor in der Lage war und den Skandal, dass das zuständige Paul-Ehrlich-Institut die Impfstoffe gar nicht selbst untersucht, sondern auf Herstellerangaben vertraut, also Fakten, wird nicht eingegangen. Im Einzelnen erläutere ich die meiner Meinung nach journalistisch inkorrekte Arbeitsweise von Oliver Reinhard im Einzelnen und wende mich direkt an ihn. 

Sehr geehrter Oliver Reinhard, Sie behaupten in Ihrem Beitrag

Corona-Impfung: MDR-Bericht arbeitet mit Falschinformationen

in dem MDR-Beitrag "Corona-Impfstoff in der Kritik - was ist dran?" (Link möglicherweise gelöscht)

Doch dass Ihre Behauptung meiner Meinung nach dünn ist wie Spurengas und Sie selbst das Instrumentarium der Desinformation benutzen, möchte ich Ihnen im Folgenden gern erläutern.

Wenn man schon an den Verriss von Arbeiten der Kollegen geht, dann sollte man dies in einer Weise tun, dass man die dargelegten Inhalte widerlegt. Das tun sie mit Ausnahmen in Nebensachen gar nicht. Stattdessen zielen Sie überwiegend auf zahlreiche Kontaktschuld-Vorwürfe ab, zu den geschilderten Sachverhalten sagen Sie nichts. "Der Beitrag der MDR-Umschau baut auf die Laboruntersuchungen von Professor Brigitte König von der Uni Magdeburg. Doch dort arbeitet sie seit zehn Jahren nicht mehr," behauptet Ihr Beitrag bereits in der Bildunterschrift - also unter dem Eye Catcher des Beitrags. Wer das behauptet hat, wird offen gelassen und damit ermöglicht, dass der Leser dies der Professorin angelastet. Sagen Si enicht, dass das nicht so gewollt war, dazu ist Ihr Wort zu geschliffen. Wie es richtig hätte heißen müssen, könnten sie auf der von Ihnen selbst zitierten Anti-Verschwörungsplattform PSIRAM nachlesen. An ihren Professuren ist nichts Anrüchiges. Weiter unten wird dann (auch noch hervorgehoben als Zwischenüberschrift) im Raum stehen gelassen: "Uni Magdeburg stellt klar: keine Verbindung zu Prof. König" - was gar nicht klarzustellen gewesen wäre - vielleicht der einzige Recherchemakel der Umschauredaktion, aber hier steht es so, als ob die Professorin eine Betrügerin sei. Auch keine Absicht? Nichts tendenziöses?
Weil das noch nicht reicht, wird ihr Kontakt zu Professor Sucharit Bhakdi vorgeworfen. Der führende deutsche Virologe, den Sie erst einmal widerlegen müssten, wird von Ihnen als "Ikone der Querdenkerbewegung" abqualifiziert, der dem World Council For Health vorsitzt, welchem sie "fragwürdige und desinformierende Informationen zu Impfungen gegen die COVID-19-Krankheit" unterstellen. Ja, des Hinterfragens würdig sollte alles sein. Dann fragen Sie doch mal. So geht Wissenschaft. Bis zu diesem Zitat haben Sie noch kein einziges entkräftendes Argument zu den DNA-Verunreinigungen abgeliefert. Kommt das noch? Es mal geht weiter mit der Kontaktschuld: "Auftraggeber der Laboruntersuchungen von Brigitte König, der Biologe Jürgen Kirchner, ist in der 'Querdenker'-Szene kein Unbekannter." Ich wette, Jesus Christus und der Weihnachtsmann sind in der Querdenkerszene auch keine Unbekannten. Was soll also diese Einlassung, außer eine weitere Herabsetzung der Wissenschaftlerin, die im Mittelpunkt des Umschau-Beitrags steht?
Um auch gleich die Umschau-Redakteurin in Mithaftung zu nehmen, wird ihr unterstellt, keine Ahnung zuhaben, wen sie da zitiert. Da ist das Neue Medien Portal, dass Sie einordnend gleich einmal als "alternativ" in Anführungsstrichen setzen, gefolgt von Markus Krall, für den sie auch eine Einordnung parat haben - Rechtsextremist Markus Krall. Laut PSIRAM ist er "ein deutscher Volkswirt, Unternehmensberater und Sachbuchautor". "Rechtsextremist" steht noch nicht einmal bei PSIRAM. Aber Sie wollen ja mit MDR möglichst hart ins Gericht gehen. Da muss auch Krall dann rechtsradikal sein.

Sie behaupten vollmundig (um bei Ihrem Jargon zu bleiben), der Corona-Skandal würde zum MDR-Skandal. Das ist dann doch etwas dick aufgetragen, wenn man noch nicht einmal ansatzweise ein Sachargument vortragen kann, dass den Inhalt des Beitrags entkräftet. Nur einmal sind Sie ganz nahe dran, als Sie auf die 20 angefragten Labore zu sprechen kommen, die eine Untersuchung von Pfizer-Chargen verweigert haben. Und dort verrennen Sie sich dann vollends mit der Behauptung: "Die Tatsache, dass niemand mit Frau König zusammenarbeiten wollte, spricht Bände." Auf die Idee kommen Sie nicht, dass die Umschau es war, die 20 Labore angefragt hatte und nicht Frau Professor König. Da es bezahlt wird und für Image sorgt, wäre es doch für die Labore "ein Leichtes" gewesen, die Verunreinigungen zu widerlegen und die Behauptungen aus dem Magdeburger Labor zu Fall zu bringen - zum Ruhme der Wissenschaft!

Entschuldigung - ich muss mich korrigieren. Dieser Betrachtungsfehler ist nicht Ihnen unterlaufen, sondern dem Herrn Dr. Janos Hegedüs, einem Inneren Mediziner, dem Sie mehr Expertise zutrauen als einem Professor Bhakdi. Letzterer laut PSIRAM deutscher Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie – also ausgewiesener Experte. Bei PSIRAM findet sich über Hegedüs, den sie gleich mehrfach zum Kronzeugen machen, nichts Persönliches, nur dass er da häufig als Quelle zitiert wird – der von ihnen so genannte oder wohl eher selbst ernannte „auf medizinischen Fake-News spezialisierte Wissenschaftler und Videoblogger“. Eine eigene Seite für Hegedüs gibt es indes hier:  https://goldene-nase.org/janos-hegedues/ Ich persönlich finde übrigens beide Formate (PSIRAM und Goldene Nase) aufgrund ihres pseudo-investigativen Formats unter der Gürtellinie - hier nur um der "Waffengleichheit" willen. Jedenfalls hat Hegedüs als Internist bisher nichts in auch nur einem Fachblatt zum Thema "Biochemische Prozesse, über die fremde Zell-DNA in den Zellkern gelangen" publiziert, ist aber Ihr "Experte", der genau weiß, dass die Methodik der Fachprofessorin falsch ist.

Ihr nächster Zeuge ist der von der Umschau angeschriebene und ihr antwortende Dr. Emanuel Wyler. Recherchiert man nach ihm, bestätigt sich, was die Umschau sagt: er arbeitet an einem, ebenso wie das PEI, von der Bundesregierung finanzierten Institut. Entsprechend kann jeder selbst den Wert seiner Aussage einschätzen, wenn er behauptet, es ginge mit solchen Untersuchungen nur darum, "Impfungen, unsere beste Waffe gegen Infektionskrankheiten, grundsätzlich in Zweifel zu ziehen oder Stimmung zu machen mit dem Thema Corona." – Was Sie ja auch zitieren. Nicht zitieren Sie den Teil seiner Aussage: „…man vertraut richtigerweise darauf, dass das Paul-Ehrlich-Institut als zuständige Behörde die Prüfarbeit korrekt erledigt.“
Darüber schreiben Sie nichts, aber das ist des Pudels Kern. Wie der Umschau vom PEI schriftlich bestätigt wird, macht es gar keine Untersuchungen selber, sondern fordert nur die Untersuchungen des Herstellers ab. Das ist der Skandal – und dass diese Aufdeckung skandalisiert wird, ist gleich noch einer! Also wenn die Untersuchung nicht stimmt, dann widerlegt sie gefälligst!

Ein Skandal, der aufgedeckt wurde, ist auch das geänderte Herstellungsverfahren – auch dazu kein Widerspruch von Ihnen. Man nennt Ihre Herangehensweise auch Confirmation Bias. Informieren Sie sich einfach mal außerhalb des eigenen Zirkels und hören Sie auf, sich gegenseitig im Kreis herum zu zitieren ohne Bezug auf tatsächliche Quellen über die Gefährlichkeit der DNA-Fragmente in den Impfstoffen Bezug zu nehmen. Beispiele

Wollen Sie ernsthaft unterstellen, dass das alles Forschende sind, die sich nur wichtig tun?

Lieber zitieren Sie als Kronzeuge aus dem Hause MDR dann Medienkolumnist René Martens, der seine Kollegen von der Umschau mit den Worten attackiert: „Okay, Freunde, wenn ihr nicht wisst, ob die Behauptungen, die ihr verbreitet, stichhaltig sind, und wenn ihr nicht wisst, ob sie dann, wenn sie stichhaltig wären, auch relevant wären, dann solltet ihr diese Behauptungen gar nicht erst verbreiten, vor allem nicht, wenn es um Leben und Tod geht.“

Vollmundiger, um noch mal bei Ihrem Vokabular zu bleiben, kann man kaum schwurbeln. Was in dem Umschaubeitrag genannt wird, sind keine Behauptungen, sondern Untersuchungsergebnisse. Ausgelöst wurde der Beitrag durch Fachbeiträge wie die oben zitierten. Höchste Zeit, sie zu widerlegen oder zu bestätigen, denn ja, weil es möglicherweise um Leben und Tod geht. Genau darum wurde der Umschaubeitrag auch gemacht und Sie sollten die Aussagen widerlegen, statt sie zu denunzieren.

Mit freundlichen Grüßen.


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